warum nicht mal Stillstand? Eben drum! Nicht nur hier habe ich eine Pause gemacht, auch im Rest meines Lebens ist Pause. Ein wenig als würde man feste an einer Handbremse ziehen und hoffen, das damit der Ausfall der Bremse im Auto ausgeglichen werden kann. Funktioniert natürlich nie ganz, aber zumindest eine Weile. Ich rolle noch, aber langsam. Kryptisch? Gar nicht.
Es gibt Zeiten, in denen alles umfällt, rennt, sich verändert und man kommt nicht mehr nach, all die Veränderungen auch zu verinnerlichen. Da lege ich eine Pause ein. Die Abwesenheit von Chaos ist schon eine Form von Stillstand. Und die fühlt sich interessant an. Man braucht dazu nur überlegen, welche Variablen für Ärger, Aufregung und die Labilität sorgen und von diesen Dingen dann die Finger lassen. Bei mir ergab sich das von selbst, da ich einfach keine Lust mehr auf Klimbim hatte. Zusätzlich hat sich um mich herum ein Sturm erhoben. Da braucht man Zeit und Kraft eben für andere. Eine gute Sache. Der Heiratsvirus greift zusätzlich um sich und so müssen Reisen geplant, durchgeführt und Bier getrunken werden. Aber bevor ich dazu komme, noch ein Abschluss: es ist sehr toll, wenn mal einige Wochen gar nichts schief geht und man einfach nur existieren kann. Man geht arbeiten, einkaufen, hin und wieder trinken mit Freunden, zum Fußball, bucht Reisen und man muss keine Probleme lösen. Erstmals seit Jahren fühlt sich mein Akku trotz Arbeitszeiten die kein Tarifvertrag in Malaysia abdecken würde fast voll an. Geistig zumindest. Aber selbst für Operationen, die despektierlich “Schönheits-OPs” genannt wurden, bleibt da die Zeit. Wunderbar. Gerade für Hypochonder wie mich. Hautkrebs ist ja nun nicht wirklich fern, als Thema, zumindest für mich. Da ich dann 5 Jahre nicht beim Arzt war, war ich überzeugt das zumindest der eine, kleine Leberfleck der sich neu gebildet hat, mich ins Grab bringen wird. Und ich meine wirklich, das ich überzeugt war. Daher auch einen Puls wie Gorbatschow bei der Perestroika als der Arzt-Checker drauf schaute. Und dann? Pustekuchen. Alles schön. Aber 2 wollte er im Auge haben, 2 die mich sowieso nerven. Nervten eher. Einer am Bauch war schon auf Babybildern zu sehen. Der war immer da.
Eine Woche später war er weg. Für 30 Euro das Stück (ab 5 Mengenrabbat!) brutzeln im Kreuz von 2 Laserstrahlen Erinnerungen davon und hinterher denkt man: gehörte schon dazu! Ich will ihn nicht wieder, aber der Blick in den Spiegel erinnert mich ständig dran, das dass nicht das gleiche ist.
Direkt im Anschluss blieb aber auch keine Zeit für Überlegungen, weil der erste Besuch in der SBZ anstand. Zweck: ein Junggeselle und seine Fahrt gen Prag. Nun kennt man das: Bier, Peinlichkeit und Shirts für die man sofort in ein Gulag geschickt werden sollte um Stil zu lernen. Zumindest das sparten wir aus, Bier aber nicht. Aber wer in Prag am Bier spart mutiert offensichtlich sofort zu einer Art Sturmbannführer, der das Auge für das Schöne verliert. Das Schöne sieht außerdem ungefähr so aus:
Da gibt es vielleicht so nationale Kunst. Ganz sicher bin ich nicht. Aber Bilder bestimmt. Und auch so nationale …. Museumsdinge.
Ja, schöne Stadt. Also wirklich. Denn sonst würde ich nicht daran denken, wie ich schnell deren Sprache lernen kann, um dort nach Vertragsende Arbeit zu suchen (meine ich Ernst. Außer das ich nicht glaube, das ich je die Sprache lernen könnte. Kauderwelsch). Ausgesehen hat das aber bei Königswetter so:
Die deutsche Beschriftung lässt reflexartig das Schuldgefühl aktiv werden.

Das erste, frisch gezapfte Pilsener Urquell. Beginn einer großen Freundschaft! Im tschechischen Kuschel-Plüsch-Speisewagen mit Aussicht auf Böhmen (wie nennt man die Landschaft denn politisch Korrekt?)
Und das war hübsch. Wirklich. Im Gesamtzusammenhang die schönste Stadt die ich je gesehen habe. Alt, gewachsen, alles drin was man braucht und die erste Stadt außerhalb vom Ruhrpott mit Büdchen. Ein Konzept das ja weltweit Anwendung finden sollte. Müsste gar!
Dummerweise komme ich jetzt gar nicht mehr zu dem was ich eigentlich schreiben wollte. Habe ich doch die Lösung für alle Probleme der Welt gefunden, einen Weg zu Weltfrieden und zur Umwandlung von Popeln in Gold. Aber jetzt habe ich keine Zeit mehr, weil Bilder raufladen zu lange dauert. Daher muss ich das verschieben. Tja, das kommt dabei raus wenn man langsam ist. Mehr Tempo für die Welt!
“Sad but True”













Tu mal nicht so, als seist du noch in Köln gewesen! Von wegen keine Büdchen außerhalb vom Ruhrpott. Tztztztz. Aber ich muss feststellen, Prag ist tatsächlich “gut gebaut”
Da fahren wir mal zusammen hin. BAM?
Witzig. Hab bei Köln überlegt, aber außer am Rhein/Innenstadt war ich nicht sicher. Aber generell gibt es das schon in NRW oft, im Ausland aber fast nie. Und Prag jederzeit wieder!